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Beruflicher Naturschutz in Hessen

Diese Veranstaltung ist beendet!

„Lebendige Dächer – Mehr Vielfalt in der Stadt“

Kurzbericht zum Forschungsprojekt des botanischen Garten Frankfurt am Main

Im Vorfeld unserer diesjährigen Mitgliederversammlung bekamen wir einen sehr informativen Vortrag von Frau Beate Albert-Ernst und Herrn Andreas König vom Botanischen Garten sowie dem Biologen und Vegetationskundler Dr. Stefan Nawrath zum Thema artenreiche und vielfältige Dachbegrünungsmöglichkeiten.

Intention des Forschungsprojektes ist es, zum einen grundsätzlich Dachbegrünungen im Siedlungsraum zu fördern, zum anderen möchte man aber das besondere Potential von Dachbegrünungen für den Natur- und Artenschutz erschließen. Wesentlich hierbei sind die gezielte Auswahl und Erprobung einheimischer Pflanzenarten für den meist trocken-warmen Extremstandort Dach. Das von der KfW-Stiftung geförderte Projekt ermittelt Lösungen, die in ihrer ökologischen Wertigkeit deutlich über eine einfache Extensiv-Begrünung mit eingeschränktem Artenspektrum hinausgehen. Neben einheimischen Dickblattgewächsen (wie Sedum album oder S. rupestre) finden auch Gräser und Kräuter Verwendung (z.B. Acinos arvensis, Scleranthus perennis oder Allium lusitanicum). Mit verschiedenen Substraten in variierender Mächtigkeit, von Sand, über Lehm (Schaffung kleiner temorärer Wasser-/Feuchtstellen) bis hin zu Schotter und Steinen, ergänzt um Totholz, lassen sich sehr kleinräumig unterschiedliche Standortbedingungen herstellen, die eine artenreiche Vegetationsausbildung fördern und auch für Tiere wertvolle Habitatstrukturen darstellen.

Derartige Dachbegrünungen stehen im Regelfall nicht in Konflikt mit den notwendigen bau- und sicherheitstechnischen Aspekten bzgl. Dichtheit, Statik und Wasserableitung. Auch der Pflegeaufwand ist durchaus mit Standarddachbegrünungen vergleichbar und induziert keinen Zusatzaufwand.

Stefan Kappes

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Einer von zahlreichen Versuchstischen für vielfältigere Dachbegrünungen - zu sehen im Botanischen Garten Frankfurt.
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Und Platz bieten auch die kleinsten Hütten bzw. Dachflächen