Navigation
© Jan Becke - stock.adobe.com
Beruflicher Naturschutz in Hessen

Diese Veranstaltung ist beendet!

25 Jahre HVNL: Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahren Hessische Vereinigung für Naturschutz und Landschaftspflege

Jubiläumsveranstaltung in Frankfurt

„25 Jahre professionelle Vertretung des Berufsstandes und zeitgemäße Fortbildung“ stehen auf dem Glückwunschplakat, welches bei der Jubiläumsfeier der Hessischen Vereinigung für Naturschutz und Landschaftspflege am 7. Oktober 2016 im Ökohaus in Frankfurt-Bockenheim durch die Teilnehmenden spontan gestaltet wurde. Das charakterisiert die erfolgreiche Arbeit der letzten 25 Jahre und wird auch so fortgesetzt: Mit naturschutzfachlichen Stellungnahmen auf die Inhalte von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien Einfluss nehmen, Netzwerk des Berufsfeldes sein sowie als Informationsquelle und Weiterbildungsforum fungieren. Auch zukünftig wird es Werkstätten geben, bei denen informativ durch gute ReferentInnen und im kollegialen Austausch Themen des Arbeitsalltages behandelt werden. Der Arbeitskreis untere Naturschutzbehörden ist ein Ort des Austausches der hessischen Verwaltung geworden. Auch die jährliche Fachtagung gehört weiter zum Programm der HVNL.

25 Jahre hat das Gründungsmitglied Klaus Werk (Professor der Hochschule Geisenheim im Fachbereich Landschaftsarchitektur) dem Berufsverband vorgestanden und den Naturschutz in Hessen mit zahlreichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern gestaltet und voran gebracht. 25 Jahre HVNL waren auch seine 25 Jahre.

Elke Grimm, Vorsitzende der HVNL, der neue und alte Vorstand (v.l.n.r.) Patricia Kremer, Anke Bosch, Klaus Werk, Christoph Kress, Monika Kustusch, Rolf Hussing, Stefan Kappes, Thomas Zebunke, Nina Thomas, Elke Grimm, Magnus Rabbe, Simone Jacob. Bildrechte (v.l.n.r.): HVNL, HVNL, HVNL

25 Jahre erfolgreiche Arbeit wurden durch ein tolles Programm gefeiert!

Thomas Zebunke und Bernhard Neugirg führten gekonnt und charmant durch die vielen Programmpunkte. Sowohl Staatssekretärin Frau Dr. Tappeser als auch Landtagsvizepräsidentin Ursula Hamann und der Vorsitzende des Bundesverbandes Beruflicher Naturschutz Werner Persil lobten die vorausschauende, zielstrebige und dabei immer integrierende Arbeit von Klaus Werk. Über alle Jahre hinweg hat er die Themen des Naturschutzes kommuniziert, erläutert, rechtlich verankert, verteidigt, aktualisiert. Der unermüdliche Einsatz lässt sich nach Aussage von Jörg Nitsch, stellvertretender Bundesvorsitzender des BUND und Vorsitzender des Landesnaturschutzbeirates in Hessen, nicht nur an der Vielzahl der Emails und den nächtlichen Versendezeiten, sondern auch an der Vielzahl der immer der Vernetzung dienenden Termine über Partei- und Verbandsgrenzen hinweg ablesen. Erst von den Naturschutzverbänden noch kritisch beäugt, sei die HVNL heute in der Verbändelandschaft nicht mehr wegzudenken.

Ein Augenschmaus waren Vortrag und Multimediaschau „Schneewittchen, ein Waschmittel und die Ratten der Lüfte - Artenschutzgeschichte aus Europa“ zu Anpassungsstrategien von Wildtieren in Berlin von dem Biologen und herausragenden Naturphotographen Florian Möllers, der auch Botschafter der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist. Wunderlich anzusehen waren Fotos von einer Wildschweinbache (Schneewittchen), die von der Bevölkerung vielbeachtet mitten in Berliner Wohnvierteln ihre Jungen großzieht. In Berlin ist das Leben für manches Wildtier mittlerweile offensichtlich erträglicher als in unserer nutzungsintensivierten Land(-wirt-)schaft. Möllers ist auch beteiligt an Wild Wonders of Europe, dem größten Naturphotographieprojekt Europas, zu dem er eine bildgewaltige Multimediaschau über die Naturschönheiten Europas präsentierte.

Prof. Dr. Kai Niebert konnte genetisch bedingt gar nichts anderes tun, als neben seiner Professur in Zürich Präsident des Deutschen Naturschutzringes in Berlin zu werden, da bereits seine Großeltern aktive Naturfreunde waren. Sein Vortrag „Die Grenzen des Denkens überwinden - ist ein nachhaltiges Anthropozän vorstellbar?“ war ein Genuss: Die eigene Kritikfähigkeit steigt binnen kürzester Zeit an, man hat das Gefühl noch nie so schnell Dinge auf den Punkt gebracht gesehen zu haben: Wie müssen die Graphen von CO²-Ausstoß und CO²2-Bindung denn verlaufen, um das Klimaziel „Nicht wärmer als 2° C“ zu erreichen? Werden 261 verschiedene Deodorantsorten im Sortiment einer Bahnhofsdrogerie gebraucht und ist die Erhöhung der Geruchssicherheit von 72 auf 96 Stunden tatsächlich erstrebenswert? Woher kommen unsere Lebensziele und sind es die Richtigen? Märchen legen die Grundsteine für den Wunsch nach grenzenloser Mobilität (die Siebenmeilenstiefel aus dem Kleinen Däumling), nach müheloser Warenproduktion (die Heinzelmännchen) oder nach unbegrenzter Nahrungsmittelverfügbarkeit (Tischlein deck dich). Aber so funktioniert nach Prof. Niebert die Welt leider nicht, denn diese Wünsche erfüllen wir uns zu Lasten der Atmosphäre oder durch eine intensiv wirtschaftende Agrarindustrie mit negativen Folgewirkungen. Es gibt aber auch Grund zur Hoffnung, wenn Politik, Industrie und Konsumenten gemeinsam die richtigen Schritte einleiten, so wie beim FCKW-Verbot Anfang der 1990er Jahre zur Bekämpfung des Ozonloches. Wieder ist ein gemeinsames Handeln gegen den Klimawandel oder zur nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln erforderlichen. Niebert sieht in seinem Nachhaltigkeitsmodell die Ökonomie als Nukleus, die einer sozialgerechten Gesellschaft dienen muss, alles innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planeten. Wir müssen dies wollen und entsprechend handeln.

„Ich bin Elke Grimm und nicht Klaus Werk“ waren die ersten Worte der neuen Vorstandsvorsitzenden, die im Kreis Groß-Gerau die untere Naturschutzbehörde leitet. „Gemeinsam mit dem neuen Vorstand will ich Bewährtes fortsetzen und Neues wagen“. Die nächsten 25 Jahre Hessische Vereinigung für Naturschutz und Landschaftspflege haben mit einer gelungenen Veranstaltung begonnen. Der gesamte neue Vorstand ist motiviert und freut sich auf das Lösen der zukünftigen Herausforderungen.