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Beruflicher Naturschutz in Hessen

Aktuell14. Juli 2021

Bündelung der Biodiversitätsforschung in Hessen und Bindeglied zwischen Wissenschaft und Naturschutzpraxis – das neu gegründete Lore-Steubing-Institut

Forschungseinrichtungen und der behördliche Naturschutz in Hessen sollen zukünftig noch enger für den Natur- und Artenschutz zusammenarbeiten. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), die Universitäten Gießen, Darmstadt, Marburg, Kassel und Frankfurt am Main, die Hochschule Geisenheim University sowie die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung gründeten am 14. Juli 2021 gemeinsam das Lore-Steubing-Institut für Naturschutz und Biodiversität in Hessen – kurz: Lore-Steubing-Institut (LSI). Das LSI ist ein dezentraler Verbund der hessischen Forschungseinrichtungen und des HLNUG, mit dem die Biodiversitätsforschung in Hessen gebündelt und mit der hessischen Naturschutzpraxis verknüpft wird. Auch die Naturschutzakademie Hessen und der damit verbundene NZH e.V. gehen darin auf und werden als Dezernat weiter geführt. Der berufliche Naturschutz soll wie auch andere Verbandsinteressen in einem Beirat vertreten sein. Bundesweit ist das LSI der erste Institutionen-übergreifende Forschungsverbund dieser Art.

Neben weiteren in den letzten Jahren in Hessen gesteigerten Aktivitäten, soll auch diese Organisationsänderung dazu beitragen, den Artenschwund aufzuhalten. Dazu sollen fundierte wissenschaftliche Grundlagen mit den Erfahrungen aus der Praxis kombiniert werden, um weiter gezielt die richtigen Rahmenbedingungen setzen zu können.

Das Institut plant außerdem, mit Naturschutzorganisationen und -stiftungen, Landschaftspflegeverbänden und natürlich der HVNL als Vertreterin des beruflichen Naturschutz zusammenzuarbeiten.

Die Namensgeberin des Institutes, Prof. Dr. Dr. h. c. Lore Steubing (1922-2012), leistete vorbildhafte Pionierarbeit für die ökologische Forschung in Deutschland. Sie war Professorin an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Gründerin des ersten botanischen Institutes mit ökologischer Ausrichtung und trug maßgeblich zur Gründung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) bei. Als Würdigung ihrer Verdienste trägt das LSI ihren Namen.

Ein Standort wurde für die neue Institution noch nicht gefunden, es ist aber davon auszugehen, dass bald eine Immobilie in der Region zwischen Wetzlar, Gießen und Friedberg gefunden wird.