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Beruflicher Naturschutz in Hessen

Aktuell27. Oktober 2020

Der staatliche Naturschutz wird neu aufgestellt - Der Vorstand der HVNL im Gespräch mit Staatssekretär Conz

Gespräche mit Politikerinnen und Politikern aus den demokratischen Parteien und der Führung des Fachministeriums gehören schon immer zu den Aufgaben des HVNL-Vorstandes. Am 27.10.2020 waren Elke Grimm, Anke Bosch und Thomas Zebunke zu einem solchen Austausch bei Staatssekretär Oliver Conz im Umweltministerium.

In den Wochen davor war bekannt geworden, dass das Umweltministerium Veränderungen, auch die Umweltbildung aller im Naturschutz professionell und ehrenamtlich Tätigen betreffend, plant. Die Hessische Vereinigung für Naturschutz und Landschaftspflege hat in der Vergangenheit nicht nur den Erhalt des NaturschutzZentrumsHessen (NZH) unterstützt, sondern die Themen der Fort- und Weiterbildungsangebote gerade auch aus Sicht des beruflichen Naturschutzes mitbestimmt. Wir haben wesentliche Anstöße zu notwendigen Weiterbildungsinhalten geben können, da sich aus der täglichen Berufspraxis heraus die Notwendigkeiten hierzu gut erkennen lassen.

Zudem war bekannt geworden, dass es eine Verwaltungsreform geben soll mit dem Ziel, ein Kompetenzzentrum für Artenvielfalt in Hessen zu etablieren.

Staatssekretär Conz

Von Staatssekretär Conz wurden diese Entwicklungen bestätigt. Grund dafür sei, dass es in der Naturschutzverwaltung viele Redundanzen und komplizierte Wege gibt, was der Verbesserung bedürfe. Staatssekretär Conz nimmt sich der Umorganisation der staatlichen Naturschutzverwaltung selbst und zeitnah an. Kleine Einheiten, wie der NZH e.V. und die Vogelschutzwarte, lassen sich in den nächsten Jahren besser erhalten und mit mehr Ressourcen versorgen, wenn sie in größere Einheiten eingebettet werden. Konzentration auf die eigentlichen Fachaufgaben sei das Ziel. Dazu zählt auch die Idee, eine wildbiologische Station zu realisieren. Schwerpunkt dieser Arbeit soll es sein, Forschungsfragen in Wildtiermanagement und Jagd zu verfolgen, sagte Conz. Die Bündelung soll in der Hessischen Landesanstalt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erfolgen. Die Mitarbeiter*innen werden übernommen. Der ganze Prozess soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Die aktuelle Umorganisation kann zu einer Aufwertung der Naturschutzarbeit führen und würde die langjährige Forderung der HVNL nach einer Naturschutz-Fachbehörde erfüllen, meinen wir.

Das Zentrum für Artenvielfalt soll den Namen 'Lore-Steubing-Institut' tragen, benannt nach einer 2012 verstorbenen Botanikerin und Ökologin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Hochschulen, insbesondere die Justus-Liebig-Universität Gießen, sollen in engem Austausch mit dem Kompetenzzentrum stehen, um Forschungswissen in die Praxis zu bringen.

Die Umweltbildung soll ebenfalls eine eigene Struktur in der HLNUG werden. Zusammengefasst werden sollen alle Einrichtungen, die Bildungsaufgaben verfolgen, sowohl im Ehren- als auch im Hauptamt: BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung), Naturschutzakademie mit dem bisher als Verein betriebenen NZH, Naturwaldheime, Naturpark-Schulen. Die Verbände, also auch die HVNL als beruflicher Fachverband, können durch ein Kuratorium beteiligt werden, sagte Staatssekretär Conz.